Was sollte ich zuerst machen, falls ich Nebenwirkungen des Arzneimittels vermute?

Falls diese schwerwiegend sind, falls Sie Angst haben, die Nebenwirkungen könnten schlimmer werden, falls Sie etwas über eine mögliche schwerwiegende Reaktion im Beipackzettel gelesen haben oder falls Sie aus einem anderen Grund besorgt sind, sollten Sie immer versuchen, einen Arzt oder einen anderen Beschäftigten des Gesundheitswesens zu kontaktieren. In anderen Worten suchen Sie sich Hilfe! In einigen Fällen müssen Sie vielleicht den Notfalldienst rufen oder sich zur nächsten Notfallstation begeben.
 

Was kann ich zusätzlich tun?

Sie können viel für sich selbst und auch für andere, die vielleicht zukünftig das gleiche Arzneimittel einnehmen werden, tun. Was passiert ist, muss den Arzneimittelsicherheitsbeauftragten mitgeteilt werden: Diese können das Geschehene analysieren und überprüfen, ob dies durch das Arzneimittel verursacht wurde und Maßnahmen zur Risikominderung für das Auftreten bei anderen Patienten vorschlagen. Aber zuerst müssen diese Experten darüber informiert werden, dass eine Arzneimittelnebenwirkung aufgetreten ist.

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Eine Gruppe an Patienten nahm freiwillig an einer klinischen Studie für ein neues Arzneimittel teil. Es handelte sich um eine relativ kleine Gruppe (26 Teilnehmer). Bei keinem Teilnehmer traten schwerwiegende Nebenwirkungen auf.new drug treatment

Wenn nach der Marktzulassung alle Patienten Zugang zu einem Arzneimittel haben, ist es möglich, dass einer (in Rot) eine Nebenwirkung erfährt, die nicht während der klinischen Studien erkannt wurde.

 

Falls 10 Personen an einer klinischen Studie teilnehmen und mit einem neuen Arzneimittel behandelt werden, werden nur sehr häufige Nebenwirkungen, die in mehr als einer Person von 10 auftreten, erkannt.

Falls 100 Personen an einer klinischen Studie teilnehmen und mit einem neuen Arzneimittel behandelt werden, werden nur häufige Nebenwirkungen, die in mehr als einer Person von 100 auftreten, erkannt.

Falls 1000 Personen an einer klinischen Studie teilnehmen und mit einem neuen Arzneimittel behandelt werden, werden nur allgemeine Nebenwirkungen, die in mehr als einer Person von 1000 auftreten, erkannt.

Wenn 10 000 Personen nach der Marktzulassung (alle Patienten, die eine Therapie benötigen) behandelt werden, dann können seltenere Reaktionen, die in mehr als 1 Person von 10 000 auftreten, erkannt werden.

 

Oft besprechen Patienten diese Nebenwirkung mit ihrem Doktor, ihrer Krankenschwester/ihrem Pfleger oder ihrem Apotheker. Vielleicht meldet es einer von ihnen an die verantwortlichen Experten („Pharmakovigilanz-Experten”).

Als Erstes sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, welcher die Nebenwirkung entsprechend behandeln wird. Ihr Arzt entscheidet dann, ob er die Nebenwirkung meldet oder nicht.

Jedoch ist es möglich, dass Beschäftigte des Gesundheitswesens Nebenwirkungen nicht immer melden, aufgrund von Zeitmangel oder des fehlenden Bewusstseins, wie wichtig eine Meldung wäre.

Deshalb könnten Sie als Nächstes die Nebenwirkung auch selbst melden.
 Die neue Rechtsvorschrift appelliert an die Mitgliedsstaaten, entsprechende Unterstützung hierfür zu schaffen. 

Page created: 24/01/2013
Page last updated: 07/11/2014
 
 
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